25.04.2018

Viele Fragen zur neuen DSGVO

Viele Fragen zum neuen Datenschutz

Die erste Veranstaltung der Vortragsreihe WWT Info Kompakt am 18.04.2018 stieß trotz der ersten sommerlichen Temperaturen auf große Resonanz. Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich am Abend in den Räumen der Sparkasse Markgräflerland eingefunden, um sich mit dem Vortrag von Bernd Andresen, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kanzlei Seidler & Kollegen, zum Thema „Neuregelungen im Datenschutz“ auf den aktuellen Stand zu bringen.

Vorstand Peter Blubacher begrüßte alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und betonte, dass auch die Sparkasse Markgräflerland die Anforderungen der EU-Datenschutzgrundverordnung, die ab dem 25.05.2018 überall in Europa gilt, als eine große Herausforderung für das Kreditinstitut sieht, der sie sich professionell stellt. Die Umsetzung der Vorgaben erfordere auch bei der Sparkasse diverse Anpassungen. Deswegen sollten alle Kundinnen und Kunden rechtzeitig einen Termin mit ihren Beratern vereinbaren, um weiterhin die optimale Betreuungsqualität genießen zu können.

Diesem Rat schloss sich Bernd Andresen an und gab den Anwesenden zunächst einen Überblick über die einzelnen Vorgaben der Datenschutzgrundverordnung und wie ernst diese zu nehmen sind. So staunte doch so mancher der Zuhörer, als er hörte, dass quasi jedes Unternehmen betroffen ist und keineswegs nur Großunternehmen wie Facebook oder Google Bußgelder in Millionenhöhe drohen, im Extremfall sogar bis zu 20 Millionen EURO pro Verstoß oder bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes. Erstaunen auch, als Bernd Andresen darauf hinwies, dass Datenpannen oder sonstige Verstöße gegen die DSGVO vom Unternehmen selbst sofort, spätestes aber 72 Stunden nach Kenntnisnahme an die zuständige Aufsichtsbehörde gemeldet werden müssen.

Bild WWT Info Kompakt 18.04.2018

Im zweiten Teil ging Bernd Andresen dann auf die tatsächliche Umsetzung ein.  Wo beginnt der Datenschutz? Beim Multifunktionsgerät mit der eingebauten Festplatte, beim Entsorgen von Dokumenten im normalen Papierkorb? Wo beginnt und wo endet die Umsetzung? Wer kann denn Datenschutzbeauftragter werden, wann benötigt man einen Datenschutzbeauftragten, wann macht es Sinn, diese Position intern oder extern zu besetzen. Welche Dinge müssen im Einzelnen umgesetzt werden, in welcher Reihenfolge geht man sie an und welcher Zeitrahmen ist zu kalkulieren.

Der Vortrag zeigte deutlich, dass die Strukturen der Firmen und Unternehmen auf den Prüfstand gestellt werden müssen. Bernd Andresen betonte, dass das zwar Aufwand macht, aber keineswegs nur als eine lästige Schikane der EU begriffen werden sollte, sondern als eine Chance, die Lücken und Schwachstellen in den Firmen zu erkennen und zu schließen.

Fazit des Abends: Es ist viel zu tun, der Datenschutz muss ab sofort Chefsache sein. Der 25.05.2018 steht unmittelbar vor der Tür und die Behörden werden aufmerksam hinschauen. Wer die Neuregelungen nicht ernst nimmt und bestmöglich umsetzt, riskiert ganz konkret, empfindliche Bußen zahlen zu müssen und gegebenenfalls auch teure Abmahnungsschreiben zu erhalten. 

Falls noch nicht geschehen, ist es daher jetzt höchste Zeit, das Projekt zu starten. Denn eines ist klar: Die Umsetzung braucht Zeit, Geld, und personelle Ressourcen, die jedes Unternehmen freisetzen muss. Die Umsetzung ist nicht alleine, sondern nur im Team zu schaffen. Mit Blick auf den besonderen Beratungsbedarf der Unternehmen hätte die Kanzlei Seidler & Kollegen beispielsweise derzeit alleine vier Anwälte parat, die sich mit dem Thema beschäftigen.

Nach dem Vortrag kam es noch zu angeregten Diskussionen mit dem Referenten und dem Anwaltsteam. Der Abend endete erst gegen 22:00 Uhr.