28.04.2016 19:00 Uhr

Vortrag "Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht" in Höchenschwand im Haus des Gastes

Am 28. 04 2016 fand in Höchenschwand in Haus des Gastes erneut ein Vortrag zum Thema „Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“ statt. Der mit gut 60 Personen voll besetzte Saal bestätigte wiederum wie sehr dieses Thema jung und alt beschäftigt.

Rechtsanwalt Dr. Klaus Krebs referierte ca. 1 Stunde und stellte sich anschließend den vielen Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.
Immer wieder stellt sich während dieser Vortragsreihen klar heraus, dass viele Bürgerinnen und Bürger nur unzureichend oder gar nicht wissen, welche Formen und Inhalte, richtig formuliert, dazu führen, dass diese Vollmachten tatsächlich wirksam werden.
Die meist gestellte Frage ist, ob eine Vollmacht aus dem Internet ausreichend ist für eine Patientenverfügung. Die Antwort hierauf  ist immer die gleiche. Die Gefahr, dass eine solche Verfügung dann nicht greift, weil zu allgemein formuliert oder nicht klar definiert, ist sehr groß. Daher rät Rechtsanwalt Krebs hiervon klar ab.

Dr. Krebs stellte am Donnerstag erneut deutlich heraus, dass die Entscheidungen in einer Patientenverfügung für denjenigen, der sie durchsetzen muss, schwer genug sind und daher es auch für diese Person wichtig ist, dass die zu treffenden Entscheidungen so klar wie möglich definiert sind. Hier liegt in der Formulierung eben die Schwierigkeit. Ist eine Patientenverfügung in Form eines Internetformulars eventuell mit Multiple Choice Möglichkeiten nur im Ankreuzverfahren formuliert, dann birgt dies eine Menge Interpretationsstoff für die behandelnden Ärzte und auch Verantwortlichen. Hieraus dann die richtigen Entscheidungen zu treffen ist äußerst schwierig.


Ähnliche Fragen gibt es auch bei der Vorsorgevollmacht. Der größte Fehler, so Herr Dr. Krebs am Donnerstag Abend, sei die Formulierung einer Bedingung in einer solchen Vollmacht. Die Vorsorgevollmacht, erklärt Dr. Krebs, ist „bedingungsfeindlich“ und sie greift sofort, hat der Bevollmächtigte sie in Händen.

Eine Vorsorgevollmacht muss nicht zwingend notariell aufgesetzt werden, sin jedoch Immobilien vorhanden, ist dies zwingend, da sonst beispielsweise eine gemeinsame Immobilie nicht ohne Weiteres veräußert werden kann.

Diese und viele weitere Detailinformationen wurden an diesem Abend mit großem Interesse verfolgt und anschließend diskutiert.

Die nächsten Vorträge zu diesen und auch anderen erbrechtlichen Themen werden im Herbst im Raum Waldshut angeboten und auf dieser Homepage rechtzeitig angekündigt.